Nios Vorstoß in den Smartphone-Markt erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Attraktivität von Elektrofahrzeugen in China nicht durch Reichweite oder Kosten, sondern durch ihre Intelligenz definiert wird, da diese beiden Faktoren aufgrund sinkender Produktionskosten und der Konkurrenz schnell an Bedeutung verlieren.
Polestar , die Elektroauto-Marke der zu Geely Automobile Holdings gehörenden Volvo Cars, gab letztes Jahr bekannt, dass sie die Einführung eines eigenen Smartphones auf dem chinesischen Festland plane. Der chinesische Smartphone-Hersteller Xiaomi und der Telekommunikationsriese Huawei Technologies entwickeln ebenfalls intelligente Autos und Telefone mit nahtloser Konnektivität. Sie haben jedoch noch kein Smartphone angekündigt, das speziell als Begleitgerät für ihre Fahrzeuge entwickelt wurde. „Nio gilt seit seiner Gründung als führend bei der Entwicklung intelligenter Autos in China, und es ist sicher, dass das Smartphone von Nio-Autobesitzern begrüßt wird“, sagte Gao Shen, ein unabhängiger Analyst in Shanghai. „Das Unternehmen muss die Auslieferungen noch steigern, um seinen Kundenstamm zu erweitern und die Rentabilität zu steigern.“
Nio hat bislang noch keine Gewinne verbucht und sieht sich auf dem chinesischen Festland einem erbitterten Wettbewerb ausgesetzt, wo ein Rabattkrieg die Gewinnmargen der rund 100 Autohersteller des Landes weiter schmälert.
Am Samstag stellte Nio außerdem sein Betriebssystem SkyOS vor und präsentierte den Chip für autonomes Fahren Shenji NX9031, womit das Unternehmen seine technische Kompetenz weiter unter Beweis stellte.
Im Juni verzeichnete der Pionier der Batteriewechseltechnologie den zweiten Monat in Folge einen neuen Verkaufsrekord: Die Auslieferungen stiegen im Vergleich zum Vormonat um 3,2 Prozent auf 21.209 Einheiten.